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Seit 1970 ist die Bundesvereinigung (BVEO) der nationale Zusammenschluss
von Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse oder deren Vereinigungen
im Sinne der Gemeinsamen Marktorganisation für Obst und Gemüse
der EU, also ein Branchenverband für Obst und Gemüse. Davon
haben 30 den Status der amtlich anerkannten EO gemäß VO 2200/96,
die übrigen sind "Altmitglieder", die nach der alten VO
1035/72 anerkannt waren. Nach ersten der BVEO steigerten die Unternehmen der genossenschaftlichen
Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft ihre Umsätze im Jahr
2011 auf ca. 3,3 Mrd. Euro (+10 %). Der Spartenumsatz steigt erneut durch
generisches Umsatzwachstum. EHEC-bedingte Umsatzverlust werden in der
Gesamtbetrachtung durch Mehrumsatz im Obst-, Blumen und Pflanzensektor
kompensiert. Obstvermarktung: Kleine Obsternte - bessere Preise Die ungünstigen Witterungsverhältnisse hatten nach Analysen der AMI die deutsche Obsternte 2011 zum zweiten Mal in Folge unter die Marke von 1,32 Mio. Tonnen gedrückt. Damit fehlten gegenüber einer Vollernte mehr als 150.000 t Obst, die nicht durch stärkere Importe ausgeglichen werden konnten. So war es nicht verwunderlich, dass die Haushalte für 1kg-Obst durchschnittlich 1,99 Euro zahlten, 16% mehr als in den beiden Vorjahren. Von den höheren Obstpreisen im Einzelhandel profitierten aber nicht alle Obsterzeugnisse. Die kühle regenreiche Witterung im Sommer führte bei Erdbeeren und Kirschen zeitweise zum Konsumverzicht. Zwetschen standen reichlich zur Verfügung, litten im Absatz aber unter der starken Konkurrenz von Nektarinen, Pfirsichen oder Tafeltrauben. Lediglich bei Äpfeln dürften alle Produzenten mit dem Saisonergebnis sehr zufrieden sein, einige Regionen sprechen von Rekordumsätzen. Durch die weit unterdurchschnittliche europäische Apfelernte 2010 erzielten die Produzenten des genossenschaftlichen Hauptartikels sehr gute Erlöse in der Vermarktungskampagne 2010/2011. Schon der Herbst, der in der Regel durch einen starken Angebotsdruck geprägt war, verlief mangels Masse relativ entspannt. Im Gegensatz zu Birnen wurde nicht spekuliert und die Ware kontinuierlich zu marktkonformen Preisen angeboten. Für ein marktkonformes Verhalten der Produzenten und Vermarkter spricht auch der über die gesamte Saison relativ konstante Preisverlauf. Nach dem Jahreswechsel stand nach Ami-Angaben zum 01. Januar die seit Jahren kleinste Lagermenge zur Verfügung. Im Frühjahr setzte dann eine zusätzlich stärkere Nachfrage aus Osteuropa mit Schwerpunkt Russland ein. Den Ausschlag dafür gab die die deutlich kleinere Apfelernte in Polen, die in der Regel eine stärkere Warenbewegung von West- nach Osteuropa blockiert. Die Apfelexporte von der Südhalbkugel für den europäischen Kontinent fielen deutlich geringer aus. Nach einem zweiten Update der World Apple and Pear Association (WAPA) fällt die europäische Apfelernte im Herbst 2011 mit 10,5 Mio. t um ca. 500.000 t höher als in 2010 aus. Trotzdem blicken die Produzentenrelativ optimistisch in die kommenden Monate. So war das Preisniveau im Herbst zwar schwächer als im Vorjahr, aber nicht so weit abgesackt, wie zuerst befürchtet. Gemüsevermarktung: Nur ¼ der EHEC-Verluste wurden entschädigt Nach einem leichten, mitunter auch methodisch bedingten,
Rückgang der Flächen im Vorjahr, ist die Anbaufläche von
Gemüse im Freiland in Deutschland 2011 nach Angaben der AMI wieder
leicht gestiegen. Das Jahr 2011 wird den europäischen Gemüseproduzenten
sicherlich in schlechter Erinnerung bleiben. Ein reichliches Angebot,
eine wenig konsumfördernde Witterung im Sommer und die EHEC Krise
sorgten für sehr niedrige Erlöse. Das Jahr begann schon mit
einer reichlichen Versorgung der deutschen Gemüsemärkte durch
Importe aus dem Mittelmeerraum. Für den deutschen Gemüsebau
waren die Rahmenbedingungen also schon vor Beginn der Freilandsaison schwierig,
sehr niedrige Startpreise für frühe Gurken und Tomaten aus dem
geschützten Anbau belegen dies. Im Gegensatz zum Vorjahr startete
die deutsche Freilandgemüsesaison 2011 frühzeitig und mit rasch
steigenden Mengen. In diesem Umfeld fielen schon die Startpreise für
Bunte Salate und Kopfsalat aus dem deutschen Freilandanbau deutlich geringer
aus. Bis Mitte Mai sackten die Preise ab Station auf ein Niveau von unter
15 Cent/Kopf, vereinzelt sogar auf bis zu 10 Cent/Kopf. Damit bewegt man
sich schon vor der EHEC Krise wieder auf den Spuren des katastrophalen
Jahres 2009. Die EHEC-Infektionen in Norddeutschland und die offiziellen
Warnungen vor dem Verzehr von Salaten, Salatgurken, Tomaten, Keimlingen
- aber auch vor Rohkost insgesamt - hatten für die europäischen
Gemüseproduzenten und für den Handel Verluste in Millionenhöhe
zur Folge. Die Verbraucher waren massiv verunsichert und zeigen erhebliche
Kaufzurückhaltung, so dass die Gemüseerzeuger nach Kalenderwoche
21 bis in den Juli hinein einen großen Teil der Ernte vernichten
mussten. Der Preisverfall war im Juli meist stärker als im Juni.
Denn im Juni liefen die Stützungsmaßnahmen - die in Deutschland
ca. 1/4 der finanziellen Verluste kompensierten - aus, gleichzeitig blieb
die russische Grenze für Tomaten und Paprika aber bis Anfang August
geschlossen. Zusätzlich sorgte der kälteste Juli seit langem
für eine sehr zurückhaltende Nachfrage nach Fruchtgemüse
und Salaten. Besonders bei Blattsalaten dauerte es deshalb sehr lange,
bis sich die Marktlage halbwegs normalisierte. Die Privathaushalte in
Deutschland kauften 2011 ca. 1 % mehr Frischgemüse ein, gaben dafür
aber insgesamt 3 % weniger Geld aus. Mit Ausnahme des Juni/Juli und des
Oktobers sind alle Monate im Plus, wofür in der ersten Jahreshälfte
allerdings der Basiseffekt niedriger Einkaufsmengen im Jahr 2010 verantwortlich
war. Im "EHEC-Monat" Juni blieben die Einkaufsmengen 14 % unter
dem Vorjahreswert, im Juli lagen sie immerhin noch um gut 6 % darunter.
Dafür sorgte der goldene September für ein Mengenplus bei Frischgemüse
um 7 %. Für das kommende Jahr bleibt zu erwarten, dass das verlorengegangene
Verbrauchervertrauen zurück gewonnen werden kann und die Witterung
zu einem guten Gelingen der Gemüsepreise beitragen kann. Die genossenschaftliche Blumen- und Pflanzenvermarktung
kam im Berichtsjahr witterungsbedingt unter den Einfluss leichter Umsatzrückgänge
im Frühjahrs- und Sommergeschäft, die den Topfpflanzensektor
stärker betraf als den der Schnittblumen. Obwohl die abgesetzte Menge
für mache Kulturen etwas höher war als im vergangenen Jahr konnten
aufgrund der nachgebenden Preise auf Großhandelsebene nicht die
erwarteten Umsätze erzielt werden, was auch die Erwartungen an den
Geschäftsverlauf ab Oktober 2011 drückte. Nach Expertenaussagen
wird der Brachenprimus dennoch in diesem Jahr seine Wachstumstrend fortsetzen
und dam Ende einer durchwachsenen Saison erneut Umsatzzuwächse erzielt
haben. Der europaweite Trend des Endverbrauchers zu "grünen
Produkten" im Out- und Indoorbereich wird weiter anhalten.
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